Ausgabe 68 - 11.06.2019

UMSICHTEN - Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Stiftung SPI, Clearingstelle - Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz

Inhaltsverzeichnis:

Herzlich willkommen

Erfahrungsberichte
(Das sind wir: Team Spurwechsel)

Neues aus ...

  • der Jugendhilfe
    (ESF-Modellprogramm "JUGEND STÄRKEN im Quartier" / EMPOWERYOU - Kinder und Jugendliche in Pflege- und Adoptivfamilien stärken und Reviktimisierung verhindern)
  • der Justiz
    (Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren)
  • anderen Bereichen
    (Uneingeschränktes Recht auf Bildung und Ausbildung für junge Geflüchtete / Primus Preis: Sprachsensible Nachhilfe)

Publikationen und Dokumentationen
(Prof. Dr. H. Schubert: Sicherheitsperspektiven für die Unterbringung geflüchteter Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen / Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik / Lüthke & I. Müller: Strafjustiz für Nicht-Juristen / Prof. Dr. D. Dölling, Prof. Dr. D. Herrmann & Prof. Dr. C. Laue: Kriminologie / Prof. Dr. K. Laubenthal: Strafvollzug / M. Freiheit, S. Wandschneider, Dr. E. Groß & Prof. Dr. W. Heitmeyer: Mehrfachtäterschaft im Jugendalter / Prof. Dr. H. Cornel & Prof. Dr. iur. T. Trenczek: Strafrecht und Soziale Arbeit - Lehrbuch / Dr. M. Hundt: Datenschutz in der Kinder- und Jugendhilfe - Praxishandbuch für die sozialpädagogische Jugendhilfe / Arbeitsstelle Kinder- und  Jugendkriminalitätsprävention: Zahlen - Daten - Fakten zur Jugendgewalt / Dr. M. Walsh & A. Gansewig: Evaluationsstudie einer schulbasierten Präventionsmaßnahme eines Aussteigers aus dem Bereich Rechtsextremismus - Abschlussbericht)

Veranstaltungen und Termine
(Fortbildung zu ausgewählten Themen der Jugendhilfe im Strafverfahren, Jugendgerichtshilfe in Remagen-Rolandseck / Dreiteiliger Qualifizierungskurs für Mitarbeiter/innen in der Jugendhilfe im Strafverfahren/Jugendgerichtshilfe in Remagen-Rolandseck / Sexualisierte Übergriffe an Kindern und Jugendlichen: Umgang und Arbeit mit sexualisiert gewalttätigen Jugendlichen und jungen Männern in Nürnberg / Systemsprenger, schwierigste Jugendliche, hoffnungslose Fälle? Kompetenzen für den Umgang mit besonders herausfordernden Klienten in Hofgeismar)

Redaktionsschluss
(31.Mai 2019) 

 

Herzlich willkommen zur 68. Ausgabe der UMSICHTEN!

 
Liebe Leserinnen und Leser der UMSICHTEN,

neben Neuigkeiten aus der Jugendhilfe und der Justiz und anderen Bereichen haben wir für Sie neu erschienene Publikationen zusammengetragen. Ganz besonders wollen wir an dieser Stelle dem Springer Verlag (Springer Nature) und der Nomos Verlagsgesellschaft danken, welche uns Exemplare von Neuerscheinungen zukommen haben lassen, die wir an unsere Leser und Leserinnen verlosen. Näheres erfahren Sie unter dem Punkt Publikationen. Natürlich haben wir auch einige Veranstaltungshinweise für die kommenden Monate für Sie.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Sommer und hoffen, Sie in unserer nächsten Ausgabe wieder begrüßen zu können.

Viel Spaß beim Lesen!

Stefanie Rücknagel & Lisa Klank
Redaktion UMSICHTEN

 

Erfahrungsberichte

Das sind wir: Team Spurwechsel stellt sich vor
„Das Projekt Spurwechsel wurde im Jahre 2013 von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (ehemals Bildung, Jugend und Wissenschaft) ins Leben gerufen.
Als Teil des Freie Hilfe Berlin e. V. bieten wir seitdem mit zwei sozialpädagogischen Vollzeitstellen Übergangsbegleitung nach dem Jugendarrest an. Zweimal wöchentlich lernen wir während unserer Sprechzeiten im Arrest junge Menschen kennen, die Unterstützungs¬bedarf haben, jedoch (noch) nicht über ein geeignetes Unterstützungssystem verfügen. In Kooperation mit der Jugendarrestanstalt Berlin-Brandenburg und der Jugendhilfe im Straf¬verfahren arbeiten wir aufsuchend und niedrigschwellig in allen Berliner Bezirken. Ziel ist es, innerhalb von drei bis sechs Monaten nach der Entlassung, gemeinsam mit den jungen Menschen ein Unterstützungsnetzwerk aufzubauen und den Übergang dorthin zu begleiten.
In welchen Lebensbereichen die Unterstützung erfolgt, richtet sich nach den Zielen und den Vorstellungen der Teilnehmenden. Die häufigsten Themen in der Zusammenarbeit sind Finanzen, Schulden & Leistungsbezug, Schule, Ausbildung & Arbeit, Wohnen, aufenthalts¬rechtliche Angelegenheiten und das Erfüllen gerichtlicher Weisungen und Auflagen.
Auch die Intensität der Zusammenarbeit variiert je nach dem Hilfebedarf und den Fähigkeiten der jungen Menschen. Das Angebot umfasst eine Beratung in sämtlichen Lebensbereichen, Vor- und Nachbereitung von sowie Begleitung zu Terminen und Behörden, Unterstützung bei Leistungsbeantragung und Papieren, Vermittlung zu weiterführender Beratung (z. B. Suchtberatung, Schuldnerberatung etc.), Erstellen von Bewerbungsunterlagen usw.
Besonders wichtig ist uns die Freiwilligkeit des Angebots, der niedrigschwellige Zugang und weitere Hilfestellung sowie die Lebensweltorientierung. Durch einen toleranten Umgang mit eher unstrukturierten Tagesabläufen, eigenwilligen Lebensstilen und ggf. Konsumverhalten, soll das Angebot für möglichst alle jungen Menschen nutzbar sein.
Voraussetzung für die Teilnahme im Projekt ist eine Verurteilung zu einem Jugendarrest, ein Lebensmittelpunkt in Berlin sowie das Fehlen weiterer Unterstützungsangebote wie Bewährungs- oder Betreuungsweisung. Der Zugang erfolgt dann über die Jugend-arrestanstalt Berlin-Brandenburg und/oder über die Jugendhilfe im Strafverfahren.“

Kontakt: Nadine Berger & Julia Wendler, Brunnenstraße 28, 10119 Berlin
              sDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 
Neues aus...

  ... der Jugendhilfe

ESF-Modellprogramm "JUGEND STÄRKEN im Quartier"
Das EFS-Modellprogramm wird durch die Bundeministerien Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie dem Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat (BMI) unterstützt und bietet Angebote für junge Menschen zur Überwindung von sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen am Übergang von Schule zu Beruf an. Insbesondere sollen junge Menschen im Alter von 12 bis 26 Jahren erreicht werden, denen eine Perspektive für die Zukunft fehlt. Das Programm unterstützt sie bei der (Re-) Integration in Schule, Ausbildung und Gesellschaft, stärkt ihr Selbstvertrauen und unterstützt sie beim Ausbau ihrer persönlichen Kompetenzen. In der ersten Förderperiode (2015-2018) setzten insgesamt 178 Modellkommunen Projekte zur Unterstützung und Förderung junger Menschen um. Der Bund beteiligte sich mit rund 115 Millionen Euro aus dem ESF und weiteren 5 Millionen Euro aus Bundesmitteln.

Infos: https://www.jugendhilfeportal.de/politik/kinder-und-jugendpolitik/artikel/bildungsbenachteiligte-jugendliche-durch-modellprojekte-staerken/


EMPOWERYOU – Kinder und Jugendliche in Pflege- und Adoptivfamilien stärken und Reviktimisierung verhindern
EMPOWERYOU ist ein Forschungsverbund, welcher vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird und evidenzbasierte Konzepte zur Prävention von Reviktimisierungserfahrungen von Kindern und Jugendlichen aus Pflege- und Adoptivfamilien entwickeln will. Gleichzeitig geht es darum, Kinder/Jugendliche aus Pflege- und Adoptions¬familien/in Fremdunterbringung bei der Bewältigung früher traumatischer Erfahrungen zu unterstützen. So könne dem Risiko zukünftiger Mobbing- und Gewalterfahrungen (inkl. Cyber-Mobbing) entgegen gewirkt werden. Basierend auf den gewonnenen Studienergebnissen sollen internetbasierte Präventionsprogramme entwickelt werden und sich Wirksamkeits¬untersuchungen unterziehen. Bei festgestellter Effektivität der Programme könnten diese leicht und kostengünstig verbreitet und eingesetzt werden. Sowohl das Karlsruher Institut für Technologie (Institut für Sport und Sportwissenschaft) als auch die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (in Kooperation mit dem Universitätsklinikum für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters) beschäftigen sich mit der Erfassung von Viktimisierungserfahrungen. Einflüsse auf Viktimisierungserfahrungen werden an der Universität Bielefeld (Fakultät Psychologie und Sportwissenschaft, Abteilung für Psychologie) untersucht. An der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig (Institut für Psychologie, Abteilung für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik) werden klinische Aspekte von Pflege- und Adoptiveltern betrachtet. Klinische Studien mit Pflege- und Adoptionskindern werden an der Medical School Berlin GmbH (Hochschule für Gesundheit und Medizin) durchgeführt.

Infos: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/empoweryou-kinder-und-jugendliche-in-pflege-und-adoptivfamilien-starken-und-8929.php

 

... der Justiz

Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren
Zu Beginn dieses Jahres wurde eine Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren sowie zu den das Jugendstrafverfahren betreffenden Teilen des Entwurfs eines Gesetzes zur Neuregelung des Rechts der notwendigen Verteidigung veröffentlicht. Verfasser/innen der Stellungnahme waren der Vorstand der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e. V., die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jugendhilfe im Strafverfahren in der DVJJ und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Polizei in der DVJJ. Am 23.05.2019 wurden Hinweise zur Umsetzung dieser EU-Richtlinie von der DVJJ zur Verfügung gestellt, die unter folgendem Link zum Download bereit stehen.

Infos: http://www.dvjj.de/nachrichten-aktuell/stellungnahme-zum-referentenentwurf-eines-gesetzes-zur-staerkung-der-verfahrensrechte-von

Download der Umsetzungshinweise: http://www.dvjj.de/sites/default/files/medien/imce/documente/aktuelles/hinweise_zur_umsetzung_der_eu-richtlinie_2016_800_stand_23.05.2019.pdf

 

... anderen Bereichen

Uneingeschränktes Recht auf Bildung und Ausbildung für junge Geflüchtete
Kurz vor Ostern wurden verschiedene Gesetze zu Migration im Kabinett verhandelt, die die Situation junger Geflüchteter in Deutschland zu verschlechtern drohen. Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit appelliert daher an die Politik, jungen Menschen in Deutschland, die vorerst nicht in ihre Herkunftsländer zurückkehren können, bessere Perspektiven zu schaffen. Der Bund wendet sich mit insgesamt 13 konkreten Forderungen an die Politik, um die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verbessern und jungen Flüchtlingen einen besseren Zugang zu Fördermöglichkeiten zu gewähren. So setzt sich der Bund für ein uneingeschränktes Recht auf Bildung und Ausbildung und den Schutz vor Abschiebung für die Geflüchtete ein, die in Deutschland zur Schule gehen, studieren oder eine Ausbildung machen. Nur ohne drohende Abschiebung, Ausgrenzung oder Diskriminierung kann gesellschaftliche Teilhabe wirklich gelingen.

Infos: https://jugendsozialarbeit.news/uneingeschraenkte-recht-auf-bildung-und-ausbildung-fuer-junge-gefluechtete/

 

Primus Preis Mai 2019: Sprachsensible Nachhilfe
Auch im Mai dieses Jahres zeichnete der Primus Preis, der monatlich an zivilgesellschaftliche Initiativen vergeben wird, wieder eine Organisation aus, die vor Ort konkrete Herausforderungen im Bildungsalltag von Kindern und Jugendlichen aufgreift. Geehrt wurde dieses Mal der gemeinnützige Verein "Upgrade e. V." aus Leipzig, der sprachsensible Nachhilfe für junge Migrantinnen und Migranten anbietet. Da der Schulalltag für Jugendliche, die Deutsch als Fremdsprache lernen, eine besondere Herausforderung darstellt, organisiert "Upgrade e. V." individuelle Nachhilfe in den Fächern Mathematik, Englisch, Deutsch, Chemie, Physik, Biologie und Informatik.

Infos: https://www.stiftung-bildung-und-gesellschaft.de/primus-preis/preistraeger-uebersicht.html

 

Publikationen und Dokumentationen

Prof. Dr. H. Schubert: Sicherheitsperspektiven für die Unterbringung geflüchteter Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen
Im Hinblick auf Sicherheitsperspektiven im räumlichen Kontext entwickelte sich erstmals in den 1970er Jahren der sogenannte CPTED-Ansatz (Crime Prevention Through Environmental Design). Ausschlaggebender Impuls waren damals die hohen Kriminalitätsraten in Großwohnsiedlungen des öffentlich geförderten Wohnbaus. Hier wurde festgestellt, dass die Verantwortungsübernahme der Bewohner/innen durch die Unübersichtlichkeit der Bewohnerschaft und den überdimensionalen Maßstab der Gebäude behindert wurde. Auch noch heute stellt der CPTED-Ansatz einen wichtigen städteplanerischen und architektonischen Leitfaden für Polizei und Ordnungsbehörden dar, insbesondere in Bezug auf Gemeinschaftseinrichtungen (wie beispielsweise Flüchtlingsunterkünfte). Die Kurzexpertise steht zum kostenfreien Download bereit.
Prof. Dr. Herbert Schubert ist Professor für Soziologie und Sozialmanagement an der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Köln.

Download: https://www.defus.de/html/download.cms?id=35&datei=Kurzexpertise_Sicherheit+f%C3%BCr+die+Unterbringung+gefl%C3%BCchteter+Menschen+in+Gemeinschaftseinrichtungen_SCHUBERT_FINAL.pdf


Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2018
Die vom Bundeskriminalamt auf der Grundlage der von den 16 Landeskriminalämtern ge-lieferten Landesdaten erstellten Polizeilichen Kriminalstatistik für die Bundesrepublik Deutsch¬land enthält die der Polizei bekannten rechtswidrigen Straftaten, die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen sowie weitere Angaben zu Fällen, Opfern und Tatverdächtigen. Gleichzeitig kann die historische Entwicklung des Straftatenkatalogs bis 2018 eingesehen werden.

Infos: https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2018/pks2018_node.html


Dr. jur. A. Lüthke, Dr. phil., Dr. jur. I. Müller: Strafjustiz für Nicht-Juristen
Der aktualisierte Ratgeber für Schöffen und Schöffinnen, Pädagoginnen und Pädagogen, Sozialarbeiter/innen und sonstige Interessierte vermittelt (auch dem Laien) die Grundlagen des materiellen und prozessualen Strafrechts und ermöglicht einen schnellen Zugriff auf verfahrensrelevante Themen, die wichtigsten Akteurinnen und Akteure sowie mögliche Strafen der Strafjustiz. Behandelte Themen sind u. a. Kriminalität und Gesellschaft, Strafen und Maßnahmen bei Jugendlichen und Heranwachsenden sowie Straftaten von und zu Lasten von Geflüchteten. Das Buch ist für 24,99 EUR (eBook 19,99 EUR) über den VS Verlag für Sozialwissenschaften (Springer Nature) erhältlich.
Dr. Albrecht Lüthke arbeitete als Jugendrichter, als Strafverteidiger und Opferanwalt. Dr. Dr. Ingo Müller ist pensionierter Professor für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Polizeihochschule Hamburg.

Infos: https://www.springer.com/de/book/9783658242268


Prof. Dr. D. Dölling, Prof. Dr. D. Hermann; Prof. Dr. C. Laue: Kriminologie
Die Autoren beleuchten in ihrem Lehrbuch nicht nur die Grundlagen der Kriminologie (Begriff, Geschichte, Methoden), sondern beschäftigen sich auch eingehend mit zentralen Befunden zum Verbrechen (Straftaten, Täter, Opfer) und Verbrechenskontrolle (Kriminalprävention und Strafrechtspflege). Erhältlich ist das Buch für 29,95 EUR über den Springer-Verlag Berlin Heidelberg (Springer Nature).
Prof. Dr. Dölling ist Professor für Kriminologie und Direktor des Institutes für Kriminologie an der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Hermann und Prof. Dr. Laue arbeiten beide als Professoren am Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg.

Infos: https://www.springer.com/de/book/9783642014727


Prof. Dr. K. Laubenthal: Strafvollzug
Laubenthal gibt mit seiner Publikation einen Überblick über das Straf- und Maßregel-vollzugsrecht. Sowohl Juristen als auch Strafrechtsinteressierte finden auf 963 Seiten in der 8. Auflage  einen Überblick über die historische Entwicklung der Grundlagen des Strafvoll¬zugs bis hin zum Vollzugssystem, dem Behandlungsgedanken und Sicherheitsaspekten. Gleichzeitig wurden alle maßgebenden Gesetzesänderungen sowie Neuregelungen zum Strafvollzug auf Länderebene eingebaut und die jüngste Rechtsprechung der Oberlandesgerichte zu Fragen des Freiheitsentzuges berücksichtigt. Die Publikation ist für 39,99 EUR beim Springer-Verlag Berlin Heidelberg (Springer Nature) erhältlich (eBook: 29,99 EUR).
Prof. Dr. Klaus Laubenthal ist Lehrstuhlinhaber für Kriminologie und Strafrecht an der juristischen Fakultät der Universität Würzburg.

Infos: https://www.springer.com/de/book/9783662586365


M. Freiheit, E. Groß, Dr. S. Wandschneider, Prof. Dr. W. Heitmeyer: Mehrfachtäterschaft im Jugendalter
Diese kriminologische und sozialwissenschaftliche Studie befasst sich auf breiter empirischer Basis mit den vielfältigen Lebenswelten und -realitäten junger Menschen und beleuchtet differenziert die möglichen Zusammenhänge wiederholter Jugenddelinquenz. Neben der Einführung in das Hell- und Dunkelfeld der Jugend(mehrfach)delinquenz, zeigt die Publikation Forschungslücken und Schwächen bisheriger Studien auf, um im Anschluss das Studiendesign der eigenen Untersuchung zu beleuchten. Durch Interviews mit Jugendlichen, Eltern sowie Lehrern und Lehrerinnen wurden qualitative und quantitative Daten erhoben und ausgewertet wie z. B. Risikofaktoren für Jugenddelinquenz, Risiken für Deliktsteigerungen mit der zentralen Rolle von Anerkennungserfahrungen, soziale Mechanismen der Tatsteigerung sowie Gruppierungen/Typisierungen der befragten Jugendlichen, deren soziale Hintergründe als auch Kontrollstrategien von Eltern und Lehrkräften. Der theoretische Schwerpunkt der Studie liegt in der Theorie der Sozialen Desintegration, anhand derer die gewonnen Ergebnisse diskutiert werden. Über den VS Verlag für Sozialwissenschaften (Springer Nature) ist das Buch für 49,99 EUR (eBook 39,99 EUR) erhältlich.
Manuela Freiheit und Sylvia Wandschneider (beide Dipl.-Soz.) sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld. Dort war Dr. Eva Groß sieben Jahre tätig und forscht seit 2015 an der kriminologischen Forschungsstelle des LKA Niedersachsen. Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer war von 1996 bis 2013 der Direktor des IKG.

Infos: https://www.springer.com/de/book/9783658161095


Prof. Dr. H. Cornel, Prof. Dr. iur. T. Trenczek: Strafrecht und Soziale Arbeit - Lehrbuch
Die Autoren wollen sowohl einen rechtsdogmatisch fundierten und zugleich sozialwissenschaftlich begründeten Überblick über die Grundlagen des materiellen Strafrechts, des Jugendstrafrechts sowie Alternativen des Restorative Justice wiedergeben. Das letzte Kapitel widmet sich dem überschneidenden Arbeitsfeld von Strafrecht und Soziale Arbeit und betrachtet die Sozialen Dienste der Justiz, die Jugendhilfe im Strafverfahren sowie Freie Träger der Straffälligenhilfe, die Opferhilfe/Opferberatung und Soziale Hilfen im Strafvollzug. Für Studierende, Praktiker/innen und allgemein Interessierte liefert das Buch eine Einführung in das strafrechtliche Denken, wobei gleichzeitig kriminologische Hintergründe und kriminalpolitische Entwicklungen beleuchtet werden. Das Buch wurde von der Nomos Verlagsgesellschaft herausgebracht und ist für 26,00 EUR erhältlich.
Prof. Dr. Heinz Cornel ist Jurist, Diplompädagoge und Kriminologie sowie Professor für Jugendrecht, Strafrecht und Kriminologie an die Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Alice Salomon Berlin. Prof. Dr. Thomas Trenczek ist Juraprofessor für Öffentliches Recht, Straf- und Jugendrecht und ist im Arbeitsgebiet von Jugendhilfe, Strafrecht, Mediation und Konfliktmanagement im sozialen und betriebswirtschaftlichen Bereich tätig.

Infos: https://www.nomos-shop.de/Cornel-Trenczek-Strafrecht-Soziale-Arbeit/productview.aspx?product=40702

Aktion: Die Nomos Verlagsgesellschaft hat uns freundlicherweise fünf Bücherexemplare für unsere Leser und Leserinnen bereitgestellt. Bei Interesse bitte eine E-Mail senden an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Betreff „Strafrecht und Soziale Arbeit – Lehrbuch“, Name und Adresse. Soweit vorrätig, schicken wir Ihnen das Buch zu. Die Vergabe findet nach dem Windhundprinzip statt.


Dr. M. Hundt: Datenschutz in der Kinder- und Jugendhilfe - Praxishandbuch für die sozialpädagogische Jugendhilfe
Auf 208 Seiten widmet sich das Buch relevanten Fragestellungen zum Thema Umgang mit persönlichen und privaten Daten in der sozialpädagogischen Arbeit, insbesondere in der Zusammenarbeit mit anderen Berufszweigen. So werden Fragen wie: „Welche Informationen dürfen oder müssen sogar mit Behörden, Trägern und anderen Institutionen ausgetauscht werden?“, „Wie ist mit der sozialpädagogischen Schweigepflicht umzugehen?“ oder „Welche Voraussetzungen sind an die Einwilligung zur Datenweitergabe geknüpft?“ beleuchtet. Folgende Themen lassen sich im Buch finden: Datenschutzrechtliche Grundlagen und Neuerungen durch die Datenschutz-Grundverordnung, Besonderheiten der Kinder- und Jugendhilfe, Sozialverwaltungsrechtliche Fragen (z. B. Akteneinsicht, Auskünfte), Ein¬willigung und Schweigepflicht (mit erweitertem Personenkreis, wie z. B. freie Träger), Kinder¬schutz als Netzwerkarbeit, öffentliche Jugendhilfe und freie Träger, Jugendhilfe und Justiz (z. B. Anzeige-, Auskunfts- und Zeugnispflichten, Aussagegenehmigung) und Datenübermittlung im Migrationsrecht (Übermittlungspflichten, missbräuchliche Vaterschaftsanerkennung). Das Buch wurde vom Walhalla u. Praetoria Verlag GmbH & Co. KG für 34,95 EUR herausgegeben.
Dr. Marion Hundt ist Professorin für Öffentliches Recht an der Evangelischen Hochschule Berlin auf den Gebieten des Verwaltungs-, Bildungs- und Migrationsrechts und der Kinder- und Jugendhilfe.

Infos: https://www.walhalla.de/soziales-&-gesundheit/datenschutz-in-der-kinder--und-jugendhilfe.produkt.html


Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention: Zahlen - Daten - Fakten zur Jugendgewalt
In regelmäßigen Abständen trägt die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention des Deutschen Jugendinstituts aktuelle Daten zu Jugendgewalt in Deutschland zusammen und ordnet diese anhand der Jugendkriminalitätsentwicklung ein. Neben Daten zu strafrechtlichen Sanktionen werden zudem Tabellen zur Verteilung nach Alter, Geschlecht, Viktimisierung und weiteren Bereichen abgebildet. Gleichzeitig werden an entsprechenden Stellen Erkenntnisse aus Dunkelfeldstudien herangezogen.

Download: https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/jugendkriminalitaet/Z-D-F_Jugendgewalt_Apr2019.pdf


Dr. M. Walsh und A. Gansewig: Evaluationsstudie einer schulbasierten Präventionsmaßnahme eines Aussteigers aus dem Bereich Rechtsextremismus - Abschlussbericht
Wie in unserer 66. Ausgabe vorgemerkt, wurde nun vom Nationalen Zentrum für Kriminalprävention der Abschlussbericht einer Evaluationsstudie zur schulbasierten Präventionsmaßnahme eines Aussteigers aus dem Bereich Rechtsextremismus ver-öffentlicht. Um Rechtsextremismus vorzubeugen, werden Veranstaltungen von und mit ehe¬maligen Extremisten an Schulen durchgeführt. Bislang lagen allerdings kaum empirisch fundierte Kenntnisse über die Wirkung solcher Präventionsmaßnahmen vor. Aus diesem Grund führten das Nationale Zentrum für Kriminalprävention und der Landespräventionsrat Schleswig-Holstein mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, eine Prozess- und Wirkungsuntersuchung einer schul¬basierten Primärpräventionsmaßnahme eines Aussteigers aus dem Bereich Rechts¬extremismus durch. Ziel war es, eine exemplarische primärpräventive Schulmaßnahme eines rechtsextremen Aussteigers wissenschaftlich zu begleiten und Ergebnisse im Hinblick auf die Zielgruppe der Schüler zu erhalten.
Dr. Maria Walsh ist stellvertretende Leiterin des Nationalen Zentrums für Kriminalprävention und hat einen Magister Artium in Pädagogik, Kriminologie und Psychologie. Antje Gansewig ist Soziologin und arbeitet beim Landespräventionsrat Schleswig-Holstein.
Eine Informationsbroschüre für Akteurinnen und Akteure der Bildungsarbeit ist in Vorbereitung und kann in Kürze unter: https://www.nzkrim.de/themen/rechtsextremismus eingesehen werden. Der Abschlussbericht steht zum kostenlosen Download bereit.

Download: https://www.nzkrim.de/fileadmin/nzk/NZK_Berichte/2019_02_NZKAbschlussbericht_Walsh_Gansewig.pdf 

 

Veranstaltungen und Termine

Fortbildung zu ausgewählten Themen der Jugendhilfe im Strafverfahren / Jugendgerichtshilfe in Remagen-Rolandseck
Die Umsetzung des Gesetzes zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren wird die Arbeit der Jugendhilfe im Strafverfahren verändern. Kooperationsbeziehungen mit Verfahrensbeteiligten sowie Eltern von Tatverdächtigen müssen neu überdacht werden. Zudem stellt sich die Frage, wie mit Ohnmacht und Scheitern in besonders schwierigen Fällen professionell umgegangen werden kann. Das Angebot richtet sich an erfahrene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der öffentlichen und freien Träger, die Aufgaben der Jugendhilfe im Strafverfahren wahrnehmen. Anmeldeschluss war im März, jedoch stehen weiterhin freie Plätze in der Fortbildung zur Verfügung.

Datum: 09.- 11.10.2019
Ort: Remagen-Rolandseck, AWO-Tagungszentrum Haus Humboldtstein
Kosten: 425,00 EUR inkl. Unterbringung und Verpflegung (395,00 EUR für DVJJ-Mitglieder)
Infos und Anmeldung: https://www.intasco.de


Dreiteiliger Qualifizierungskurs für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Jugendhilfe im Strafverfahren/Jugendgerichtshilfe in Remagen-Rolandseck
Im Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz muss die Jugendhilfe oft mit schwierigen, benachteiligten jungen Menschen umgehen können, um sozialpädagogische Handlungsstrategien in das Jugendstrafverfahren einfließen zu lassen. Sie nimmt - an der Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Justiz - eine schwierige Position ein, die die Gefahr der Rollenkonfusion in beide Richtungen birgt. An dieser Stelle ist eine Rollenklärung und vertiefende Weiterbildung für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dieses Bereiches unabdingbar. Anmeldeschluss ist der 10.10.2019.

Datum: Modul 1: 16.-18.12.2019; Modul 2: 03.-05.06.2020; Modul 3: 07.-09.10.2020
Ort: Remagen-Rolandseck, AWO-Tagungszentrum Haus Humboldtstein
Kosten: 425,00 EUR inkl. Unterbringung und Verpflegung (395,00 EUR für DVJJ-Mitglieder)
               Kosten gelten pro Modul/Module können nicht einzeln gebucht werden
Infos und Anmeldung: https://www.intasco.de


Sexualisierte Übergriffe an Kindern und Jugendlichen: Umgang und Arbeit mit sexualisiert gewalttätigen Jugendlichen und jungen Männern in Nürnberg
Im Seminar sollen sexualisierte Übergriffe von (männlichen) Kindern und Jugendlichen differenziert betrachtet sowie deren Ursachen und Hintergründe herausgearbeitet werden. Die Teilnehmenden können ihre Haltung zum Thema und Handlungskompetenzen im Umgang mit entsprechenden Kindern und Jugendlichen entwickeln bzw. vertiefen. Gleichzeitig sollen Präventions- und Hilfsstrategien herausgearbeitet werden, um erneuten sexuellen Übergriffen entgegenwirken zu können. Themenschwerpunkte des Seminars sind somit: Hintergründe von sexualisierten Übergriffen durch Jugendliche und junge Männern / Täterstrategien, Misshandlungskreislauf und Dynamiken bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder / Psychodynamik und Folgen beim Opfer / Sexualisierte Übergriffe durch Geschwister / Grundlagen zum Umgang und zur Arbeit mit sexualisiert übergriffigen jungen Menschen / Hilfemöglichkeiten. Anmeldeschluss ist der 09.08.2019.

Datum: 12.09.-13.09.2019
Ort: Nürnberg, Caritas Pirckheimer Haus
Kosten: 295,00 EUR inkl. Unterbringung und Verpflegung (265, 00 EUR für DVJJ-Mitglieder)
Infos: https://www.dvjj.de/veranstaltungen/dvjj-veranstaltungen/sexualisierte-uebergriffe-kindern-jugendlichen-umgang-arbeit-mit-sexualisiert


Systemsprenger, schwierigste Jugendliche, hoffnungslose Fälle? Kompetenzen für den Umgang mit besonders herausfordernden Klienten in Hofgeismar
Was brauchen Fachkräfte am ehesten, um verweigernde Jugendliche für eine Zusammenarbeit zu gewinnen? Dieser und weiteren ähnlichen Fragen widmet sich das Seminar in Hofgeismar. Die Fokusse der Veranstaltung liegen u. a. in der Betrachtung der gegenseitigen Wirkungsweise in der Klienten-Betreuer/in-Beziehung, Rollenklarheit und dem Humor der Praktiker/innen sowie einer lösungsorientierten, wertschätzenden Gesprächsführung. Methoden wie Schauspiel im pädagogischen Prozess, Biographiearbeit, Zwei-Wege-Technik, Dialogübung zur Wahrnehmung von Körpersprache sowie Pacing und Leading sollen in der Teilnehmendengruppe vorgestellt werden. Gerne können von den Teilnehmenden Fallbeispiele mitgebracht werden, mit deren Hilfe kreative Lösungsideen kennengelernt und/oder generiert werden sollen. Anmeldeschluss ist der 16.08.2019.

Datum: 18.09.-20.09.2019
Ort: Hofgeismar, Evangelische Tagungsstätte
Kosten: 395,00 EUR inkl. Unterbringung und Verpflegung (365, 00 EUR für DVJJ-Mitglieder)
Infos: https://www.dvjj.de/veranstaltungen/dvjj-veranstaltungen/systemsprenger-schwierigste-jugendliche-hoffnungslose-faelle-kompetenzen-fuer-den-2

 

Redaktionsschluss


Die nächste Ausgabe der UMSICHTEN erscheint im August 2019. Redaktionsschluss ist der 31.07.2019; bitte reichen Sie Ihre Beiträge bis zu diesem Termin hier ein.


 

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