Ausgabe 65 - 29.11.2018

UMSICHTEN - Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Stiftung SPI, Clearingstelle - Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz

Inhaltsverzeichnis:

Herzlich willkommen

Neues aus ...

  • Schule
    (Gesetzesentwurf zu Änderungen des Schulgesetzes beschlossen / Konflikte im Klassenzimmer: Kartenset „The Kids Are Alright“ / Schulische Gewaltprävention: Orientierungs- und Handlungsrahmen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie  und der Landeskommission Berlin gegen Gewalt)
  • der Jugendhilfe
    („Our Rights in Action“ – Projekt zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung zu den Themen Kinderrechte und Kinderschutz / Umzug der KuB und des Sleep In / Modellprojekt „Berliner Koordinierungsstelle zur Entwicklung flexibler Hilfesettings für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf” gestartet / Eva-luationsbericht des Bundesprogramms „RESPEKT – Pilotprogramm des Bundes-ministeriums für Arbeit und Soziales für schwer zu erreichende junge Menschen“)
  • der Justiz
    (Zahl der Intensivtäter leicht gesunken / Ergebnisse der 23. DBH Bundestagung 2018)
  • anderen Bereichen
    (Grüne Liste Prävention – CTC – Datenbank empfohlener Präventionsprogramme / KuB: Formulare verstehbar machen / DFG-Projekt KVIAPOL)

Publikationen und Dokumentationen
(M. Walsh,  B. Pniewski,  M. Kober und A. Armborst (Hrsg.): Evidenzorientierte Kriminalprävention in Deutschland – Ein Leitfaden für Politik und Praxis / „Kindesmisshandlung und -vernachlässigung: Interdisziplinäre Fachzeitschrift für Prävention und Intervention“ / Prof. Dr. Johannes Münder, Dr. Thomas Meysen, Prof. Dr. Thomas Trenczek (Hrsg.): Frankfurter Kommentar SGB VIII - Kinder- und Jugendhilfe / Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz: Plakat Der Ablauf eines Jugendstrafverfahrens" / Bericht des Nationalen Zentrums für Kriminalitätsprävention (NZK): Effekte von Ansätzen und Maßnahmen im Umgang mit jungen „Intensiv“- und Mehrfachtätern)


Veranstaltungen und Termine
(Webinar der Clearingstelle zum Thema „Die Clearingstelle der Stiftung SPI wird 25 Jahre alt – Was wir anbieten und wer wir sind!“ am 04.12.2018 / Da muss man doch was machen! Jugendkriminalrecht im Spannungsfeld von Strafe, Erziehung und Gefahrenabwehr in Bad Boll / Radikal werden – radikal bleiben?! Sozialpädagogisches Arbeiten mit jungen Menschen mit Radikalisierungstendenzen in Hannover / deutschlandweite Fortbildungsveranstaltung zur EU-Richtlinie 800/2016 über Verfahrensgarantien in Strafverfahren für Kinder, die Verdächtige oder beschuldigte Personen in Strafverfahren sind – Folgen für die Praxis des Jugendstrafrechts / Berufsbegleitender Zertifikatskurs der Alice Salomon Hochschule Berlin: Professionelle Opferhilfe – Opferberatung und psychosoziale Prozessbegleitung)

Redaktionsschluss
(31.Januar 2019) 

 

Herzlich willkommen zur 65. Ausgabe der UMSICHTEN!

Liebe Leserinnen und Leser der UMSICHTEN,

in unserer letzten Jahresausgabe der Berliner Umsichten warten ein paar ganz besondere Perlen auf Sie. Zum einen verlosen wir auch in dieser Ausgabe ein Exemplar einer Fachbuch-Neuerscheinung. Dafür danken wir ganz herzlich dem Springer Verlag für Sozialwissenschaften, der uns das Fachbuch zur Verfügung gestellt hat. Näheres erfahren Sie unter dem Punkt Publikationen.
Des Weiteren bietet die Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz erstmalig ein Webinar an, das am 04.12.2018 besucht werden kann. Weitere Informationen bekommen Sie unter dem Punkt Veranstaltungen und Termine.
Wir berichten von Neuigkeiten aus den Bereichen der Schule, der Jugendhilfe und der Justiz und haben neben neuen Publikationen auch einige Veranstaltungshinweise für das erste Drittel des kommenden Jahres.

Das Team der Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz wünscht Ihnen eine besinnliche Vorweihnachtszeit, ein wundervolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im Jahr 2019.

Andrea Müller & Stefanie Rücknagel
Redaktion UMSICHTEN

 

Neues aus...

 

 ...der Schule

 

Gesetzesentwurf zu Änderungen des Schulgesetzes beschlossen
Im Oktober hat der Senat auf Vorlage der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres, den Gesetzesentwurf zur Änderung des Schulgesetzes nach Stellungnahme und durch den Rat der Bürgermeister beschlossen.
Unter anderem sieht der neue Entwurf vor, dass die Gemeinschaftsschule nach 10-jähriger Pilotphase im Schulgesetz verankert werden soll. Des Weiteren sollen die seit 2014/2015 aufgebauten Schulpsychologischen und Inklusionspädagogischen Beratungs- und Unter-stützungszentren (SIBUZ) verankert werden. Der seit 2016/2017 bestehende Schulversuch „Inklusive Schwerpunktschule“ soll mit Aufnahme in das Schulgesetz in die Regelform überführt werden. Weitere vorgesehene Änderungen beziehen sich z. B. auf den Nachteilsausgleich und Notenschutz. Auch soll die Datenverarbeitung der personenbezogenen Daten an Schulen an die im Mai 2018 eingeführte Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) angepasst werden.
Weitere Änderungen und Infos: https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2018/pressemitteilung.748991.php



Konflikte im Klassenzimmer: Kartenset „The Kids Are Alright“
Das Kartenset „The Kids Are Alright“ wird von ufuq.de, einem anerkannten Träger der freien Jugendhilfe zu den Themen politische Bildung und Prävention in den Bereichen Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus, herausgegeben. Es richtet sich an pädagogische Fachkräfte der Schulen und der Jugendhilfe. In kurzer Form bekommen die Fachkräfte Hintergrundinformationen und Vorschläge für den pädagogischen Umgang mit schwierigen Positionen von Jugendlichen im Kontext Islam, Islamismus und Islamfeindlichkeit.
Für Fachkräfte aus Berlin ist das Kartenset wegen der Förderung durch den Berliner Senat kostenlos, es fallen nur die Versandkosten an. Alle anderen können das Kartenset für
10,00 € zzgl. der Versandkosten erwerben.
Infos: https://www.ufuq.de/konflikte-im-klassenzimmer-kartenset-the-kids-are-alright-fuer-paedagogische-fachkraefte-erschienen/



Schulische Gewaltprävention: Orientierungs- und Handlungsrahmen
Von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt, wurde ein Orientierungs- und Handlungsrahmen (OHR) für die Gewaltprävention im fachübergreifenden und fachbezogenen Unterricht entwickelt. Konzipiert wurde der OHR, um die unterschiedlichen an Schulen tätigen Berufsgruppen in ihrer Arbeit zu unterstützen und Schülerinnen und Schüler in ihrer Kompetenzentwicklung im Hinblick auf Gewaltverzicht und konstruktives Konfliktverhalten zu fördern. Auf knapp 30 Seiten gibt der OHR einen Überblick über die Ziele und Aufgaben zum Kompetenzerwerb des übergreifenden Themas Gewaltprävention. Er beschreibt die Standards, wie bspw. „sich selbst kennenlernen und reflektieren, Emotionen und Impulse kontrollieren, Selbstwirksamkeit aufbauen, mit Konflikten konstruktiv umgehen“ uvm. Der OHR schließt mit einer Methodensammlung ab, die für spezielle Themen angewendet werden kann.
Der Orientierungs- und Handlungsrahmen zur schulischen Gewaltprävention kann kostenlos heruntergeladen werden.
Infos: https://www.berlin.de/sen/bildung/unterstuetzung/praevention-in-der-schule/gewaltpraevention/

 

... der Jugendhilfe


„Our Rights in Action“ – Projekt zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung zu den Themen Kinderrechte und Kinderschutz
Im Landesjugendring-Projekt „Our Rights in Action“ setzen sich geflüchtete Kinder und Jugendliche mit Kinderrechten und Kinderschutz auseinander. Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gefördert und wird bis Ende 2019 finanziert. In unterschiedlichen Workshops und Projekten können sich Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung auf sportliche, musikalische, künstlerische und spielerische Art mit ihren eigenen Rechten beschäftigen und zum Thema Kinderschutz viel erfahren. So sollen die Kinder und Jugendlichen lernen, eigene Rechte einzufordern, ein Bewusstsein für Diskriminierung und Ungerechtigkeit (weiter) zu entwickeln und hilfreiche Ansprechpersonen /-stellen kennenlernen. Daneben bieten die Angebote Raum und Zeit, um neue Freundschaften zu knüpfen. Zudem werden die Eltern / Sorgeberechtigten einbezogen, indem sie Informationsmaterialien erhalten und sich auch selber im Projekt engagieren können. Die Angebote finden jeweils in Berliner Unterkünften und Freizeiteinrichtungen statt.
Infos: https://ljrberlin.de/sites/default/files/Flyer%20Our%20Rights%20in%20Action%20LJR%20Berlin.pdf



Umzug der KuB und des Sleep In
Die Kontakt- und Beratungsstelle wurde 1971 in Berlin gegründet. Mit unterschiedlichen Angeboten der Straßensozialarbeit hilft die KuB jungen Menschen einen Ausweg aus dem Teufelskreis Kriminalität – Prostitution – Drogenabhängigkeit zu entwickeln. Mit Jugendberatungsbussen ist die KuB an unterschiedlichen Standorten in Berlin unterwegs.
Das Sleep In bietet mit 16 Schlafplätzen Jugendlichen und jungen Volljährigen bis 20 Jahre bis zu 12 Übernachtungen pro Monat sowie eine Notversorgung, Essen und Getränke, Wäsche waschen, Duschen sowie eine Beratung und Vermittlung. Das Sleep In ist das ganze Jahr über von 22:00 Uhr bis 10:00Uhr geöffnet.
Die neuen Kontaktdaten der KuB und des Sleep In:
Müllenhoffstraße 17, 10967 Berlin
(Nahe den Bahnhöfen Südstern, Schönleinstraße oder Kottbusser Tor)
Tel: +49.0.30.61006817
Fax: +49.0.30.61006841
Infos: https://www.kub-berlin.de/index.php/aktuelles



Modellprojekt „Berliner Koordinierungsstelle zur Entwicklung flexibler Hilfesettings für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf” gestartet
In einer Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie wird berichtet, dass manche Kinder einen komplexen Hilfebedarf haben, mit dem sie durch die standardisierte Jugendhilfe nicht mehr erreichbar wären. Um auf diesen Bedarf reagieren zu können, wurde die Koordinierungsstelle zur Entwicklung flexibler Hilfesettings für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf gestartet. Ihre Aufgaben sind das Zusammenführen der Informationen und Erkenntnisse möglichst aller Beteiligten im jeweiligen Einzelfall, die Entwicklung eines gemeinsamen Fallverstehens aller Fachkräfte, die prozesshafte Entwicklung und Umsetzung individueller und tragfähiger Hilfesettings sowie die Bündelung der unterschiedlichsten Fachkompetenzen von erfahrenen Fachkräften in einem Verbund. Die Koordinierungsstelle ist an den Berliner Notdienst Kinderschutz in der Mindener Straße in Charlottenburg angebunden.
Infos: https://www.berlin.de/sen/bjf/service/presse/pressearchiv-2018/pressemitteilung.758297.php



Evaluationsbericht des Bundesprogramms „RESPEKT – Pilotprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für schwer zu erreichende junge Menschen“

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert seit 2015 18 Projekte, die alle das Ziel verfolgen, das Herausfallen von jungen Menschen aus dem System der sozialen Sicherung zu verhindern. Zielsetzung der Projekte sei es, jungen Menschen, die Schwierigkeiten haben eine Qualifikation zu erreichen oder sich ins Arbeitsleben zu integrieren und von den bestehenden Sozialleistungen nicht erreicht werden oder diese nicht annehmen, an Bildungsprozesse, Maßnahmen der Arbeitsförderung, Ausbildung oder Arbeit heranzuführen. Nun wurde eine Evaluation des RESPEKT-Programms veröffentlicht, in der Merkmale sowie Problem- und Bedarfslagen der Zielgruppe, Zugangswege und Handlungsansätze zur Begleitung und Förderung der jungen Menschen vorgestellt werden. In den letzten beiden Kapiteln werden die Wirkungen des Programms (sowohl in Hinsicht auf die Entwicklungen der Projektteilnehmenden als auch auf die Arbeit anderer Akteure im Hilfesystem) und Perspektiven vorgestellt, wie die Ansätze des Programms in den Regionen weitergeführt und Strukturen verstetigt werden könnten. Der Bericht steht kostenfrei zum Download bereit.
Infos: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/Forschungsberichte/fb518-evaluation-des-bundesprogramms-respekt.pdf;jsessionid=0F0619C6A364D381BB0133E2C81E38A0?__blob=publicationFile&v=1

 

... der Justiz

 
Zahl der Intensivtäter/innen leicht gesunken
In einer Pressemitteilung erklärt die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, dass die Zahl der Intensivtäter/innen im ersten Halbjahr 2018 leicht gesunken sei. Die Zahlen gingen aus dem Bericht der Staatsanwaltschaft Berlin an die Senatsverwaltung zu Intensiv- und Schwellentätern hervor. Dabei belaufe sich der Prozentsatz der Intensivtäter/innen deutscher Staatsangehörigkeit auf 61% und die Anzahl der Intensivtäter/innen aus Kriegsgebieten auf 4,2 %.
Infos: https://www.berlin.de/sen/justva/presse/pressemitteilungen/2018/pressemitteilung.752243.php



Ergebnisse der 23. DBH Bundestagung 2018

Vom 09.10.-11.10.2018 führte der DBH-Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik in Kooperation mit dem Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg sowie der Bewährungs- und Gerichtshilfe Baden-Württemberg die 23. DBH Bundestagung in Heidelberg durch. Ein interdisziplinärer Austausch mit rund 200 Teilnehmenden aus der Bewährungshilfe, der Straffälligenhilfe, dem Strafvollzug und der Wissenschaft fand in 16 Workshops statt. Zudem wurden sechs Vorträge über verschiedene Modelle, Arbeitskonzepte und neue Strategien im Umgang mit straffällig gewordenen Menschen gehalten. Die Ergebnisse stehen zum Download bereit.
Infos: https://www.dbh-online.de/bildungswerk/dokumentation/bundestagung/23-dbh-bundestagung-2018

 

... anderen Bereichen

 

Grüne Liste Prävention – CTC – Datenbank empfohlener Präventionsprogramme
Die Grüne Liste Prävention, herausgegeben von „Communities That Care – CTC“, ist eine Datenbank, die auf Basis nachvollziehbarer Kriterien einen Überblick über Präventionsansätze in den Bereichen Familie, Schule, Kinder/Jugendliche und Nachbarschaft geben will. Die Präventionsprogramme werden, bezüglich ihres Wirksamkeitsnachweises (Güte der Wirkungsüberprüfung und Konzeptqualität), in drei Stufen eingeteilt: 1. Effektivität theoretisch begründet, 2. Effektivität wahrscheinlich, 3. Effektivität nachgewiesen. Bewertet werden die Programme durch den Landespräventionsrat Niedersachsen in Kooperation mit dem Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Medizinischen Hochschule Hannover. Um diese Schritte nachvollziehen zu können, lassen sich die CTC – Auswahl- und Bewertungskriterien auf der Seite einsehen. Die Programmrecherche kann anhand verschiedener Kriterien, wie dem Problemverhalten, dem Alter der Zielgruppe, der Institutionen sowie gezielt anhand der Risiko-und Schutzfaktoren erfolgen. Zudem ist es möglich, Präventionsprogramme selber vorzuschlagen.
Infos: https://www.gruene-liste-praevention.de/nano.cms/datenbank/programm/44



KuB: Formulare verstehbar machen
Formulare verstehbar machen ist ein Projekt der KuB-Berlin. Für Geflüchtete aber auch für Menschen, die eine Übersetzung in einfache Sprache benötigen, gibt es bereits viele unterschiedliche Dokumente der Berliner Behörden zum leichteren Verständnis. Dazu zählen z. B. Formulare aus dem Asylbewerberleistungsgesetz, ein Antrag auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV), ein Antrag auf Kindergeld uvm. Übersetzt wurde in die Sprachen Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Türkisch, Farsi und Russisch sowie in einfache Sprache. Es kommen regelmäßig neue Dokumente dazu.
Infos: https://www.kub-berlin.org/formularprojekt/de/uebersetzte-formulare/



DFG-Projekt KVIAPOL
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt KVIAPOL untersucht empirisch Körperverletzungen bzw. rechtswidrige Gewaltanwendung im Amt durch Polizeibeamtinnen und -beamte. Bisher gebe es praktisch keine Studie zum Dunkelfeld dieses Deliktbereiches. Vor diesem Hintergrund soll die Studie einschlägige Viktimierungserfahrungen erfassen und systematisieren sowie das Anzeigeverhalten von Betroffenen rechtswidriger Gewaltanwendung untersuchen und das Verhältnis von Hell- und Dunkelfeld sowie die Struktur des Dunkelfelds analysieren. Betroffene können sich anonym melden.
Infos: https://vmits0151.vm.ruhr-uni-bochum.de/kviapol.rub.de/

 

 

Publikationen und Dokumentationen

 

Plakat „Ablauf Jugendstrafverfahren“ der Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Seit vielen Jahren gibt die Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz Informationsmaterialien rund um diesen Themenbereich heraus. Neu erschienen ist das Plakat „Der Ablauf eines Jugendstrafverfahrens…“. Es ist speziell für die lokale Verwendung konzipiert worden. Anschaulich wird der Ablauf des Jugendstrafverfahrens dargestellt und die einzelnen Schritte kurz und prägnant beschrieben. Dazu bietet es die Möglichkeit, auf die direkten Ansprechpartner/innen und Institutionen in der Umgebung hinzuweisen, zum Beispiel auf den nächsten Polizeiabschnitt und die nächste kostenlose Rechtsberatung. Es richtet sich an professionelle Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen Schule, Jugendhilfe und Polizei und kann in allen Einrichtungen, in denen Jugendliche und Heranwachsende verkehren, ausgehangen werden. Das Plakat kann über die Clearingstelle bezogen werden.
Kontakt:
Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Frankfurter Allee 35-37, Aufgang C, 10247 Berlin
Tel.: 030.4490154
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.stiftung-spi.de/clearingstelle



Evidenzorientierte Kriminalprävention in Deutschland – Ein Leitfaden für Politik und Praxis
Diese rund 900-seitige Übersichtsarbeit wurde vom Nationalen Zentrum für Kriminalprävention in Bonn herausgegeben und will den Lesern und Leserinnen einen Überblick über die gegenwärtige Entwicklung evidenzorientierter Kriminalprävention bieten. Hierzu lässt das Werk 76 Expertinnen und Experten zu Wort kommen, die sich verschiedenen Fragen ihrer Fach-richtungen widmen: von Erfahrungsberichten über theoretische und methodische Heraus-forderungen in der Evaluationsforschung hin zu verschiedenen Themenfeldern und Anwendungskontexten der Kriminalprävention. Zahlreiche Anwendungsfelder werden im letzten Teil des Buches behandelt. So werden die Präventionsbereiche Kinder- und Jugend-alter/Schule, Extremismus/Radikalisierung, strafrechtliche Sanktionen/insbesondere Strafvoll-zug sowie die kommunale und städtebauliche Kriminalprävention vorgestellt und auf spezifische Kriminalitätsgebiete eingegangen (Sexualstraftaten, Menschenhandel, Wohnungs-einbruchdiebstahl, Alltagskriminalität). Das Buch kann für 79,99 EUR erworben werden.
Info: https://www.springer.com/de/book/9783658205058

Aktion: Der Verlag hat uns freundlicherweise ein Buch für unsere Leser und Leserinnen bereitgestellt. Bei Interesse bitte eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit dem Betreff „Umsichten Evidenzorientierte Kriminalprävention in Deutschland – Ein Leitfaden für Politik und Praxis“ mit dem Namen und der Adresse senden und soweit vorrätig, schicken wir Ihnen das Buch zu. Die Vergabe findet nach dem Windhundprinzip statt.


„Kindesmisshandlung und -vernachlässigung: Interdisziplinäre Fachzeitschrift für Prävention und Intervention“
Zweimal im Jahr veröffentlicht die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e. V. (DGfPI) eine Fachzeitschrift, die sich mit verschiedenen Themen der Kindesmisshandlung- und vernachlässigung auseinandersetzt. In der aktuellen Ausgabe lassen sich Beiträge finden, die sich mit Gewalt im Arbeitsfeld der Behindertenhilfe, mit sexualisierter Gewalt, deren Risikofaktoren und Präventionsmöglichkeiten, in pädagogischen Einrichtungen sowie mit Prävention sexualisierter Gewalt gegenüber Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen beschäftigen. Unter der Rubrik „Aus der Praxis – Für die Praxis“ werden die Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im digitalen Raum, Kinderschutzkonzepte in Kitas sowie das Projekt „GELA“ – Projekt zur Verbesserung der Situation gewaltbetroffener Frauen mit Behinderungen in Einrichtungen thematisiert. Auf der Internetseite der DGfPI-Fachzeitschrift lassen sich zudem die Hefte der früheren Jahrgänge finden.
Kosten: kostenfrei für DGfPI-Mitglieder, Jahresabonnement pro Jahrgang 30,00 EUR/Einzelheft 19,00 EUR zzgl. Versandkosten
Info: https://www.dgfpi.de/presse-service/fachzeitschrift-dgfpi.html



Frankfurter Kommentar SGB VIII – Kinder und Jugendhilfe
Der Frankfurter Kommentar, herausgegeben von Prof. Dr. Johannes Münder, Dr. Thomas Meysen und Prof. Dr. Thomas Trenczek, umfasst in seiner 8., vollständig überarbeiteten Auflage 2019 1197 Seiten. Als führender Kommentar für die Praxis der Kinder- und Jugendhilfe liegen die Schwerpunkte besonders auf den Themen: Auswirkungen des Bundeteilhabegesetzes; Neukommentierung der vorläufigen Inobhutnahme und der Schnittstellen zum geänderten Asyl- und Aufenthaltsrecht, Änderungen im Datenschutz, Rechtsfragen im Zusammenhang mit Leistungen für (Pflege-) Kinder mit Behinderung, Berücksichtigung von Gute-Kita-Gesetz und Mediationsgesetz, aber auch die Zuständigkeits- und Querschnittsfragen aus dem Bereich der Jugenddelinquenz. Der Frankfurter Kommentar kostet 69,00 EUR und ist jetzt lieferbar.
Info: https://www.nomos-shop.de/M%C3%BCnder-Meysen-Trenczek-Frankfurter-Kommentar-SGB-VIII/productview.aspx?product=24582


Bericht des Nationalen Zentrums für Kriminalitätsprävention (NZK): Effekte von Ansätzen und Maßnahmen im Umgang mit jungen „Intensiv“- und Mehrfachtätern
Mit diesem Bericht hat das Nationale Zentrum für Kriminalitätsprävention eine systematische Übersichtsarbeit zu den Methoden und Ergebnissen von Studien zur Evaluation von Präventionsansätzen herausgebracht. Der Bericht stellt die Ergebnisse einer Bestands-aufnahme zu Evaluationen von Präventionsprojekten im Bereich junger Intensivtäter vor. Anhand eines Kriterienkataloges werden die untersuchten Evaluationsbefunde hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Belastbarkeit geprüft.
Der Bericht kann kostenlos bestellt werden oder steht als Download zur Verfügung.
Infos: https://www.nzkrim.de/synthese/themen/16/

 

Veranstaltungen und Termine


Webinar der Clearingstelle zum Thema „Die Clearingstelle der Stiftung SPI wird 25 Jahre alt – Was wir anbieten und wer wir sind!“ am 04.12.2018

Im Mai 2019 feiert die Clearingstelle ihr 25-jähriges Jubiläum. Dieses Jubiläum nehmen wir zum Anlass, Ihnen im Rahmen eines interaktiven Webinars unseren Auftrag und unsere Angebote genauer vorzustellen. Die Clearingstelle bietet ein breites Angebotsspektrum im Bereich der Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz und angrenzenden Themen für Akteurinnen und Akteure aus Jugendhilfe, Schule, Polizei und Justiz an:
Sie wünschen sich eine fachliche Beratung rund um das Thema Kinder- und Jugenddelinquenz?
Sie brauchen Unterstützung beim Aufbau von Netzwerken oder Arbeitsgremien?
Sie benötigen einen kompetenten Beistand in schwierigen Situationen oder Konflikten?

Lernen Sie unsere vielfältigen Angebote und Serviceleistungen kennen und bringen Sie gerne Ihre Fragen mit ins Webinar! Die Teilnahme ist kostenfrei.

Wir nutzen den Webinar-Anbieter Edudip. Hier können Sie sich anmelden: https://lebenslagen.edudip.com/lp/313588. Sollten Sie Fragen haben, rufen Sie uns gerne unter der Telefonnummer 030.4490154 an oder schreiben Sie uns eine Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Da muss man doch was machen! Jugendkriminalrecht im Spannungsfeld von Strafe, Erziehung und Gefahrenabwehr
Die mit Jugendkriminalität befassten Berufsgruppen bewegen sich in einem Feld zwischen wahrgenommener Jugendkriminalität und dem realen Risiko dieser. Was sind angemessene Reaktionsformen und wie können die einzelnen Berufsgruppen den an sie herangetragenen Erwartungen begegnen? Fachleute aus der Jugend- und Sozialarbeit, der Justiz, der Straffälligenhilfe, dem Strafvollzug, der Gefängnisseelsorge, der Polizei, der Psychotherapie und der Psychiatrie sind dazu eingeladen vom 15.02.2019-17.02.2019 bei dieser Tagung darüber zu diskutieren und zu hinterfragen. Die Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e. V. führt diese Veranstaltung in Kooperation mit der evangelischen Akademie Bad Boll durch.
Anmeldung: www.ev-akademie-boll.de
Info: http://www.dvjj.de/veranstaltungen/dvjj-veranstaltungen/da-muss-man-doch-was-machen-jugendkriminalrecht-im-spannungsfeld-von-strafe



Radikal werden – radikal bleiben?! Sozialpädagogisches Arbeiten mit jungen Menschen mit Radikalisierungstendenzen

Im Seminar sollen Fragen wie „Was verstehen wir unter der prozesshaften Radikalisierung? Endet dieser Prozess zwangsläufig in extremistischen Handlungen? Welche Rolle spielen dabei unterschiedliche Ideologien? Was sind die Bedürfnisse der jungen Menschen, die sich angesprochen fühlen?“ in der Gruppe betrachtet und Antworten bzw. Lösungsmöglichkeiten herausgearbeitet werden. Weiterhin soll sich mit der eigenen Haltung und Rolle innerhalb dieses Themenfeldes beschäftigt werden, um professionelle Beziehungsarbeit und dialogisches Lernen praktisch erfahrbar zu machen. Anmeldeschluss ist der 15.02.2018.
Datum: 22.03. bis 23.03.2018 (12:00-16:30 Uhr)
Ort: City Hotel, Hannover
Kosten: für DVJJ-Mitglieder: 265,00 EUR; für Nicht-Mitglieder: 295,00 EUR (inkl. Unterbringung und Verpflegung)
Infos: https://www.dvjj.de/veranstaltungen/dvjj-veranstaltungen/radikal-werden-radikal-bleiben-sozialpaedagogisches-arbeiten-mit-jungen-menschen



Deutschlandweite Fortbildungsveranstaltung zur EU-Richtlinie 800/2016 über Verfahrensgarantien in Strafverfahren für Kinder, die Verdächtige oder beschuldigte Personen in Strafverfahren sind – Folgen für die Praxis des Jugendstrafrechts
Da die Umsetzung der Richtlinie zu erheblichen Veränderungen bei der Bearbeitung von Jugendstrafverfahren führen wird, veranstaltet die DVJJ berufsgruppenübergreifende 5-stündige Fortbildungsveranstaltungen. Neben der Wissensvermittlung zur EU-Richtlinie (Vor-gaben der Richtlinie sowie die konkreten Änderungen für das Jugendstraf(verfahrens-)recht) ist vorgesehen, viel Raum zum Diskutieren und Austauschen zu ermöglichen.
Daten:    14.03.2018 München
    19.03.2018 Frankfurt am Main
    29.03.2018 Hamburg
    03.04.2018 Berlin
Kosten: für DVJJ-Mitglieder: 60,00 EUR; für Nicht-Mitglieder: 75,00 EUR (inkl. Verpflegung)
Infos: https://www.dvjj.de/veranstaltungen/dvjj-veranstaltungen/fortbildungsangebot-zur-eurichtlinie-8002016-ueber-verfahrensgarantien

 


Berufsbegleitender Zertifikatskurs der Alice Salomon Hochschule Berlin: Professionelle Opferhilfe – Opferberatung und psychosoziale Prozessbegleitung

Ziel der Weiterbildung ist es, Informationen und Techniken für den Umgang mit Menschen zu lernen, welche Opfer von Straftaten geworden sind, um diese zu beraten und zu begleiten. Neben der Vermittlung theoretischen Fachwissens liegt der Schwerpunkt der Weiterbildung insbesondere in der Arbeit an Fallbeispielen sowie in der Selbstreflexion (stattfindend im Rahmen von Supervision und kollegialer Beratung). Unterschiedliche thematische Module sollen die Teilnehmenden befähigen, Menschen, die Opfer von Straftaten geworden sind, psychosozial und psychotraumatologisch zu beraten sowie diese psychosozial im Ermittlungs-und Hauptverfahren zu begleiten. Der Lern- und Arbeitsaufwand beträgt insgesamt 300 Stunden bzw. 10 ECTS-Punkte. Zudem entspricht der Kurs den Mindeststandards, die zur Weiterbildung für psychosoziale Prozessbegleitung von der Justizministerkonferenz im Juli 2014 empfohlen wurden und ist in allen deutschen Bundesländern als Zertifikatskurs anerkannt. Bewerbungsfrist ist der 08.02.2019.
Datum: 05.04.2019 bis 16.02.2020 (Fr: 14:00-21:00 Uhr, Sa/So: 10:00-17:00 Uhr)
Ort: Alice Salomon Hochschule Berlin
Kosten: 1780,00 EUR (ado-Mitglieder); 1980,00 EUR (nicht-ado-Mitglieder)
Info: https://www.ash-berlin.eu/weiterbildung/zentrum-fuer-weiterbildung/kurssuche/einzelansicht-kurs/?atyp=zk&uid=253

 

 

Redaktionsschluss


Die nächste Ausgabe der UMSICHTEN erscheint im Februar 2019. Redaktionsschluss ist der 31.Januar 2019; bitte reichen Sie Ihre Beiträge bis zu diesem Termin hier ein.

 

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